Druckversion

Untersuchungshaft in der JVA Moabit in Berlin

- Allgemeine Informationen zur U-Haft

Ihr Lebenspartner, Ehegatte, Freund oder Bekannter ist in Berlin festgenommen und in U-Haft genommen worden. Er befindet sich jetzt in U-Haft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Berlin Moabit.

Sofern ein Angehöriger festgenommen und in der JVA Moabit in Berlin in Untersuchungshaft (U-Haft) gesteckt wurde, Sie einen Verteidiger (Pflichtverteidiger) mit der Vertretung und Verteidigung beauftragen wollen, rufen Sie mich bitte unter 030 / 70081147 an und wir vereinbaren kurzfristig einen Termin für eine Beratung zur Besprechung der notwendigen nächsten Schritte.

Die auf die Festnahme folgende Untersuchungshaft in Moabit ist in der Regel für den Untersuchungsgefangenen (U-Gefangenen) selbst - und für seine Angehörigen - ein sehr belastendes Ereignis. Die sicherste und schnellste Hilfe für den in Untersuchungshaft sitzenden Angehörigen ist es, für dessen Vertretung und Verteidigung so schnell wie möglich einen Strafverteidiger aus Berlin zu beauftragen. Rechtsanwalt Bußler verteidigt oft Mandanten, die sich in Untersuchungshaft in der JVA Moabit in Berlin befinden.

Nachfolgend sind einige erste Informationen und Hinweise für Angehörige von U-Gefangenen der JVA Moabit in Berlin zusammengestellt.

Besuch in der JVA Moabit in Berlin
Für einen Besuch des U-Gefangenen in der JVA Moabit benötigen Sie eine Besuchserlaubnis (sog. Sprechschein). Diese wird vom zuständigen Staatsanwalt bzw. Richter auf Antrag ausgestellt. An welche Geschäftsstelle Sie den Antrag richten müssen, ergibt sich aus dem Aktenzeichen der Staatsanwaltschaft.

Sowie Sie dieses Aktenzeichen in Erfahrung gebracht haben, fragen Sie an der Pforte des Amtsgericht Tiergarten nach der zuständigen Geschäftsstelle. In der Geschäftsstelle geben Sie an, dass Sie für Ihren Angehörigen einen Sprechschein benötigen. Sie müssen sich dafür ausweisen. Die Mitarbeiterin der Geschäftsstelle wird dann für Sie einen Sprechschein ausfüllen und ihn einem zuständigen Staatsanwalt zur Unterschrift vorlegen. Dieses kann eventuell länger dauern. Planen Sie deshalb immer ein bis zwei Stunden ein.

Sprechscheine sind 4 Wochen ab Ausstellungsdatum gültig. U-Gefangene haben die Möglichkeit zweimal monatlich für jeweils 60 Minuten Besuche zu empfangen. Alle Besuchstermine sind vorab zu vereinbaren und beim Betreten der JVA Moabit ist ein gültiges Personaldokument vorzulegen. Pro Besuch sind maximal 3 Personen (einschließlich Kinder) zugelassen.

Der erste Besuchstermin kann
Montag: 10.00 Uhr - 17.00 Uhr
Dienstag – Donnerstag: 09:00 Uhr - 17:00 Uhr
Freitag: 08.00 Uhr - 15.00 Uhr
unter folgender Telefonnummer vereinbart werden: 030 / 9014 5535.

Alle nachfolgenden Termine können persönlich im Anschluss an einen Besuch beim Verlassen der JVA Moabit vereinbart werden.

Einlasszeiten:
Montag:11.45 Uhr - 18.45 Uhr (Sprechzeit bis 20.00 Uhr)
Dienstag – Donnerstag:  09.45 Uhr - 16.45 Uhr (Sprechzeit bis 18.00 Uhr)
Freitag: 07.45 Uhr - 14:45 (Sprechzeit bis 16.00 Uhr)
Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen geschlossen.

Die vorgegebenen Termine sind Einlasszeiten für die Besucher. Verspätungen können zu einer Neuterminierung führen. Während des Besuches können Sie zweimal im Monat Nahrungs- und Genussmittel aus bereitstehenden Automaten für jeweils maximal 15 € erwerben und dem Gefangenen übergeben lassen. Eigene Waren oder Geschenke können Sie nicht mitbringen.
Persönliche Sachen müssen beim Betreten der JVA Moabit in einem Schließfach verstaut werden. Dafür benötigen Sie eine 2 € Münze als Schlüsselpfand.

Überwachung der Besuche in der JVA Moabit
Ob die Gespräche überwacht werden hängt davon ab, ob der zuständige Staatsanwalt bzw. Richter die „inhaltliche Gesprächsüberwachung" angeordnet hat. Sind die Ermittlungen der Polizei / Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen sind, ist dieses in der Regel der Fall. Die Gespräche während der Besuche werden dann durch einen Beamten der JVA Moabit mit angehört. Es sollten während der Besuch des Gefangenen in Ihrem eigenen Interesse und in dem Interesse des Gefangenen keine Angaben zur vorgeworfenen Straftat diskutiert werden. Dieses könnte als ein Versuch der „Verdunklung" der Straftat gewertet werden. Das Verbot eines weiteren Besuchs könnte die Folge sein.

Bargeld in der JVA Moabit in Berlin
Bargeld jeglicher Währung ist für U-Gefangene verboten. Die Zusendung von Bargeld in Briefen oder in Paketen ist deshalb nicht zulässig. Jeder Gefangene in der JVA Moabit besitzt ein Konto, auf das Geld in unbegrenzter Höhe bargeldlos überwiesen werden kann:

Empfänger:
Zahlstelle der JVA Moabit
Betreff: Name, Vorname, Geburtsdatum + (falls bekannt) die Buch-Nr. des Gefangenen.

Die Kontonummer des JVA Moabit finden Sie hier:

JVA Moabit in Berlin

Das auf diesem Weg überwiesene Geld benötigt ein paar Tage, bis dieses auf dem Hauskonto des Gefangenen eingegangen ist. Ein kürzerer Weg ist über den Verteidiger möglich, wenn dieser bei einem Besuch in der JVA Moabit das Geld bar auf der Zahlstelle einzahlt. Dann steht es dem Gefangenen sofort zur Verfügung.

Einkauf durch Gefangenen in der JVA Moabit in Berlin
Ja. Mit dem Geld von seinem Hauskonto kann der Gefangene Sachen des täglichen Bedarfs einkaufen.

Briefe in die JVA Moabit in Berlin senden
Ja. Der Briefwechsel von U-Haft-Gefangenen wird aber überwacht;  der zuständige Richter oder Staatsanwalt liest in der Regel die Briefe und die des Gefangenen mit. Es sollten daher in den Briefen auf gar keinen Fall Angaben zur vorgeworfenen Straftat auftauchen. Durch die Postkontrolle dauert es zum Teil sogar bis zu zwei Wochen, bis ein Brief Sie bzw. den Gefangenen erreicht.

Briefverkehr mit dem Gefangenen ist an folgende Adresse möglich:

Name des Inhaftierten
Alt-Moabit 12 a
10559 Berlin
 
Telefonate in die JVA Moabit
In der Regel – Nein. Es besteht zwar grundsätzlich die Möglichkeit, eine entsprechende Telefongenehmigung zu beantragen. Jedoch wird diese häufig mit Hinweis auf die "eingeschränkten organisatorischen Möglichkeiten" der JVA Moabit abgelehnt. Gegebenenfalls ruft der zuständige Sozialarbeiter zu Gunsten des Gefangenen direkt beim Anwalt oder Angehörigen an, um eine kurze Nachricht weiterzugeben.