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Nebenklage im Strafverfahren

- Voraussetzungen und Rechte des Verletzten (Nebenklägers)

Bei bestimmten Straftaten – siehe § 395 StPO – kann der Verletzte neben der Staatsanwaltschaft als Nebenkläger auftreten. Dem Nebenkläger wird ein besonderes schutzwürdiges Interesse durch eine umfassende Befugnis zur Beteiligung am gesamten Verfahren eingeräumt. Dem Verletzten wird die in der Strafprozessordnung geregelte Möglichkeit gegeben, unabhängig von der Staatsanwaltschaft seine persönlichen Interessen auf Genugtuung zu verfolgen.

Sofern Sie Verletzter einer Straftat sind und Sie sich als Nebenkläger an dem gegen den Täter geführten Strafverfahren beteiligen wollen und Sie Fragen dazu haben, rufen Sie mich bitte unter 030 / 70081147 an und wir vereinbaren - auch kurzfristig - einen Termin für eine Beratung.

Der Nebenkläger kann jedoch nicht von sich aus ein Strafverfahren in Gang setzten. Vielmehr kann der Nebenkläger sich lediglich einem bereits eingeleiteten Strafverfahren anschließen.

Die Nebenklage ist bei in § 395 StPO aufgeführten Straftaten zulässig, insbesondere:

  • sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen oder Kindern,
  • Vergewaltigung und sexuelle Nötigung,
  • Beleidigung,
  • Körperverletzung,
  • Menschenraub, Freiheitsberaubung und Geiselnahme,
  • versuchter Mord und versuchter Totschlag.

Die gleiche Befugnis steht Personen zu, deren Kinder, Eltern, Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner durch eine rechtswidrige Tat getötet wurden.

Der Verletzte muss, um sich als Nebenkläger dem Strafverfahren anzuschließen, eine entsprechende Erklärung schriftlich bei Gericht einreichen. Das Gericht entscheidet über die Zulassung der Nebenklage.

Ein Nebenkläger kann, muss aber nicht, an der Hauptverhandlung teilnehmen. Er kann Fragen und Anträge stellen und auch Rechtsmittel einlegen. Die Nebenklage kann jedoch nicht mit dem Ziel verfolgt werden, dass eine andere Strafe oder eine Verurteilung wegen eines nicht zum Anschluss der Nebenklage berechtigenden Deliktes erreicht wird.

Der Nebenkläger kann auch Prozesskostenhilfe beantragen um die Hilfe eines Rechtsanwalts in Anspruch zu nehmen. Wird der Angeklagte entsprechend der Nebenklage verurteilt, so hat er die notwendigen Auslagen (insb. Kosten des Rechtsanwalts) des Nebenklägers zu tragen. Bei einem Freispruch trägt allerdings der Nebenkläger seine Kosten selbst

Wesentliche Rechte des Nebenklägers:

  • Teilnahme an der Hauptverhandlung,
  • Begleitung durch einen Rechtsanwalts oder Vertretung durch einen Rechtsanwalt,
  • die Abgabe von Erklärungen und Stellen von Fragen in der Hauptverhandlung,
  • Recht zur Beanstandung von Anordnungen des vorsitzenden Richters,
  • Stellung von Beweisanträgen und Fragen,
  • Befugnis, einen Richter oder Sachverständigen abzulehnen,
  • Recht zur Akteneinsicht,
  • Recht zur Beantragung von Prozesskostenhilfe,
  • Einlegung von Rechtsmitteln.